04/18 | Gemeindepsychiatrische Basisversorgung schwerer psychischer Erkrankungen: GWQ mit 10 Kassen als Konsortialpartner im Innovationsfonds


Die Versorgung von Menschen mit schweren psychischen Erkrankungen ist gekennzeichnet durch einen komplexen Versorgungsbedarf aufgrund deutlicher Einschränkungen in verschiedenen Funktions- und Lebensbereichen dieser Patientengruppe. Medizinische und psychosoziale Hilfen werden oftmals ungezielt, sporadisch und mit geringer Compliance in Anspruch genommen. Die starke Fragmentierung des Versorgungssystems führt zudem zu einer Vielzahl einzelner Leistungserbringer aus voneinander getrennten Sozialleistungsträgern. Die Betroffenen erhalten oftmals keine Versorgung „wie aus einer Hand“. So kommt es zu Effizienzverlusten und hohen Kosten für das Gesundheitssystem.

Umso erfreulicher ist die Förderung der „Gemeindepsychiatrischen Basisversorgung schwerer psychischer Erkrankungen“ (GBV) durch den Innovationsfonds, an dem die GWQ mit 10 Kassen als Konsortialpartner beteiligt ist.

Das Konzept des Dachverband Gemeindepsychiatrie e.V. als Konsortialführer setzt auf die verbindliche Vernetzung der individuell erforderlichen Hilfen aus allen relevanten Sozialgesetzbüchern. „Verbundvereinbarungen“, Koordination und Steuerung durch multiprofessionelle ambulant-aufsuchend arbeitenden Teams und Krisendienste rund um die Uhr stellen die Versorgung innerhalb des Projektes nach evidenzbasierten internationalen Vorbildern, wie den britischen Community Mental Health Teams, sicher. Durch Vernetzung mit weiteren Sozialleistungsträgern wie z. B. sozialpsychiatrischer Dienste oder auch Jugendhilfen wird der Zugang zur Versorgung möglichst weit und niederschwellig erfolgen. Gerade dieser trägerübergreifende Ansatz stellt einen besonderen Mehrwert in der Versorgung der Patienten dar.

Durch die bereits im GWQ-Versorgungsprogramm SeGel (Seelische Gesundheit leben) eingesetzten multiprofessionellen Teams, wird auf bestehende Expertise in der Versorgung psychisch Erkrankter zurückgegriffen.

Bei einem geschätzten Anteil von 1-2 Prozent der Bevölkerung zwischen 18 und 65 Jahren, d.h. bis zu 1 Million Menschen in Deutschland, und einem hohen Leidensdruck der Betroffenen und ihren Angehörigen soll das Projekt zeigen, dass Menschen mit schweren psychischen Erkrankungen effektiver und effizienter versorgt werden können. Das Projekt startet am 01. Juli 2019 in ausgewählten Regionen. Die Auswertung und Erstellung des Abschlussberichts erfolgt bis zum 30. Juni 2023.

Nähere Informationen zur GBV stellt der Fachbereich Versorgung & Region Mitte der GWQ gerne zur Verfügung.


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