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Defiziten in der Versorgung von schwer heilenden und chronischen Wunden wirkt ein neuartiges Versorgungsprojekt in Rheinland-Pfalz entgegen. Möglich macht es die Förderung des Innovationsfonds, durch die das „VersorgungsMangagement Wunde in Rheinland-Pfalz (VeMaWuRLP)“ finanziert wird. Dadurch lassen sich ein sektorenübergreifender wie interdisziplinärer Ansatz und vor allem eine Patientenorientierung ermöglichen. Schon ab Anfang April startet die neue Versorgungslösung und erreicht rund 400.000 Versicherte von 13 GWQ-Kundenkassen sowie die in Rheinland-Pfalz lebenden Versicherten der Techniker Krankenkasse (TK). Diese ist wie die GWQ als Konsortialpartner an dem Projekt beteiligt, Konsortialführer ist die mamedicon GmbH aus Bissendorf. Die bei Projekten des Innovationsfonds obligatorische Evaluation übernimmt die Hochschule Ludwigshafen am Rhein, ebenfalls Konsortialpartner.
Der Förderschwerpunkt des Projekts liegt auf dem Einsatz sogenannter Fallmanager, die Patienten während der Behandlung durchgehend begleiten und mit den behandelnden Ärzten, Kliniken und weiteren Therapeuten zusammenarbeitet.
Angesichts von rund 1,8 Mio. Patienten jährlich ist der Bedarf an besserer Versorgung von chronischen Wunden offenkundig. Betroffen sind meist ältere, multimorbide Patienten, die an schlecht heilenden Wunden leiden, häufig als Folge von chronischen Erkrankungen wie Durchblutungsstörungen, Diabetes oder Immunschwächen. Dennoch sind chronische Wunden grundsätzlich gut behandelbar, es fehlt allerdings häufig an der Einbeziehung und Aufklärung der Patienten sowie der Abstimmung und Kooperation der Leistungserbringer – beides wird über die Regelversorgung nicht gewährleistet.
Konkret wurden folgende Defizite in der Regelversorgung von chronischen Wunden festgestellt: Es gibt Schwächen bei der kausalen Diagnostik, Patienten werden unzureichend über wundheilungsförderliches Verhalten aufgeklärt und deren Ziele nicht einbezogen. Das führt beispielsweise zum fehlerhaften Einsatz von Verbandstoffen und häufig zu wiederholten stationären Einweisungen aufgrund wundinduzierter Stoffwechselentgleisung oder Infektionen.
Durch das „VersorgungsMangagement Wunde“ wird der Patient im Sinne eines Share-Decision-Making als aktiver Therapie-Partner einbezogen. Ziele sind unter anderem eine größere Therapietreue und ein besseres Therapieergebnis. Dazu schließen die Fallmanager in Abstimmung mit dem behandelnden Arzt eine individuelle Zielvereinbarung mit dem Patienten sowie den Angehörigen und schulen ein wundheilungsförderndes Verhalten – so soll ein motivierendes, heilungsförderndes Lebensumfeld geschaffen werden. Begleitende Leistungserbringer wie Pflegeheime, Pflegedienste, Krankenhäuser, Reha-Kliniken und Physiotherapeuten oder Podologen werden von den Fallmanagern einbezogen.
Die GWQ und ihre in Rheinland-Pfalz vertretenen Kundenkassen erwarten von dem Projekt einen messbaren medizinischen Nutzen für die Patienten. So dürfte durch den Einsatz von Fallmanagern die Zahl der Krankenhausaufenthalte reduziert, die Zahl von wundbedingten Amputationen gesenkt und die Rückfallquote verringert werden – was letztlich auch die Wirtschaftlichkeit der Versorgung verbessert.
Ob und inwieweit das erreicht wird, evaluiert die Hochschule Ludwigshafen am Rhein am Ende der Projektlaufzeit von drei Jahren. Für die Kundenkassen der GWQ ist die Teilnahme des Projekts ohne nennenswerten Aufwand und ohne finanzielles Risiko möglich: Die GWQ sorgt wie üblich für die Vertragsumsetzung und -administration im Auftrag der Krankenkassen, die Förderung durch den Innovationsfonds ermöglicht die Umsetzung der neuen Versorgungsform ohne finanzielle Nachteile.
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