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Auf dem Weg zur Data Driven Patient Journey (datengestützte Patientenreise) wollen wir unseren Krankenkassen die Begleitung von Versicherten entlang des gesamten Versorgungspfades in verschiedenen Dimensionen ermöglichen.
Ein Beispiel für die vielen Puzzleteile in diesem Kontext ist die Analyse von beobachteten Versorgungspfaden anhand von GKV-Routinedaten. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse ermöglichen eine faktenbasierte Beschreibung der Versorgungsrealität. In intensivem und regelmäßigem Austausch zwischen Fachexpert:innen, Data Scientists und Krankenkassen können daraus wichtige Impulse für zukünftige Versorgungsprogramme und Interventionen entstehen.
Trotz technologischem Fortschritt verharren viele Analysen noch immer bei klassischen Formaten: Tabellen, Kennzahlen, Mittelwerte. Dabei bieten die umfangreichen Verlaufsdaten der GKV viele Möglichkeiten, um Versorgungspfade sichtbar zu machen und prägnante Information zur tatsächlichen Versorgungspraxis bereitzustellen.
Neuer Einblick in die Versorgungspraxis: Zwei Anwendungsbeispiele
Im Rahmen des letzten Treffens der Arbeitsgruppe „Datenanalytik“ der Gesundheitsforen in Leipzig konnten Kolleg:innen des Health Data Lab zwei Use-Cases präsentieren. Die aktuellen Erkenntnisse aus der Analyse von Versorgungspfaden wurden vorgestellt und mit Expert:innen der Krankenkassen diskutiert.
Bereits wenige Ereignisse können Muster erkennbar machen
Beim Use-Case „unspezifischer Rückenschmerz“ zeigte sich, dass bereits wenige Ereignisse wie z. B. Hausarztbesuche, Schmerzmittel/Opioidabgaben, Facharztbesuche bei Orthopädie und Bildgebung sowie Krankenhausaufenthalte ausreichen, um Muster im Versorgungsgeschehen zu beschreiben. Beispielsweise konnten viele Versicherte beobachtet werden, die unmittelbar den Weg zum Facharzt suchten und dazu häufig mit Schmerzmitteln therapiert wurden. Vor dem Hintergrund zunehmenden Kostendrucks und dem Fokus auf die hausärztliche Versorgung stellt sich die Frage, welche Alternativen für die Versicherten bestanden hätten. Ein klarer Ansatzpunkt für weitere Fragen wie z. B.: Was passiert mit Versicherten vor/nach einem Krankenhausaufenthalt? Welche Wege sind für Versicherte mit hochpreisiger oder risikoreicher Medikation beobachtbar? Welche Pfade sehen wir für Versicherte, die eine Bildgebung bekommen haben?
Herausforderungen durch therapeutische Vielfalt
Beim Use-Case „Diabetes Mellitus Typ 2” stand die Arzneimitteltherapie im Fokus. Aus einzelnen Abgaben wurden Wirkstoffpfade rekonstruiert, Kombinationen analysiert und Eskalationsstufen gemäß der nationalen Versorgungsleitlinie abgebildet. Die Analyse zeigte: Trotz klarer Empfehlungen stellt die große therapeutische Vielfalt eine zentrale Herausforderung für die standardisierte Bewertung und Ableitung von Versorgungspfaden dar.
Beide Analysen konnten aufgrund der umfangreichen Datengrundlage des anonymisierten Datenpools der GWQ unkompliziert als Proof-of-Concepts umgesetzt werden.
Bei Fragen zum Thema steht Ihnen Dr. Benjamin Birkner, Team Lead Health Data Lab gern zur Verfügung. Kontakt: Benjamin.Birkner@gwq-serviceplus.de
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