Frühe Behandlung kann Dialyse verhindern: NephroPlus


Die Situation: Über 80.000 Menschen in Deutschland sind wegen einer Niereninsuffizienz auf eine maschinelle Dialysebehandlung angewiesen, rund 14.000 neue Fälle kommen jedes Jahr hinzu. Die Dialyse rettet das Leben der Patienten, aber die Maschine kann eine Niere nicht vollständig ersetzen. Behandlung und Behandlungsfolgen sind oft sehr belastend, die Lebenserwartung der Patienten sinkt um bis zu zwei Jahrzehnte.

Die Behandlungskosten belaufen sich pro Jahr und Patienten durchschnittlich auf über 40.000 Euro; GWQ-Kassen geben für ambulante Dialyse knapp 27.000 Euro pro Jahr aus, für stationäre mehr als 70.000 Euro. Die GKV-Gesamtausgaben für Dialysen betrugen im Jahr 2018 2,17 Mrd. Euro.

Werden Nierenerkrankungen frühzeitig und konsequent behandelt, kann in vielen Fällen die Notwendigkeit einer Dialyse vermieden, in anderen Fällen der Einsatz der Dialyse spürbar verzögert werden. Vielversprechend sind insbesondere Interventionen bei Patienten mit Diabetes und Hypertonie: Die Prävalenz, also die Krankheitshäufigkeit, ist bei Versicherten mit Diabetes mellitus um das 2,25-fache erhöht, bei Versicherten mit arterieller Hypertonie sogar um das 3,46-fache.