04/2020 | Neue Verträge schützen auch vor zu hohen Zuzahlungen


Das GWQ-Arzneimittelmanagement baut sein Portfolio zu Rabattverträgen für patentgeschützte Arzneimittel konsequent aus. Dafür wurden zuletzt Verträge über ein Umsatzvolumen von insgesamt 35,5 Mio. Euro abgeschlossen. Darunter fallen unter anderem Folgeverträge zu Wirkstoffen für die Behandlung von Wachstumsstörungen oder Schizophrenie. Wirtschaftlich attraktiv sind aber auch verschiedene Neuverträge, mit denen die GWQ zugleich die Therapiesicherheit und Versichertenzufriedenheit verbessern möchte.

Beispielhaft dafür ist der Vertrag über Descovy®, das vom Hersteller Gilead als zweite Tenofoviralafenamid-basierte Therapie zur HIV-Behandlung auf den europäischen Arzneimittelmarkt gebracht wurde. Descovy® ist zur Behandlung von Erwachsenen und Jugendlichen in Kombination mit anderen antiretroviralen Arzneimitteln zugelassen. Der Preis von Descovy® liegt dabei über dem Festbetrag, der auf Grundlage einer Festbetragsgruppe für eine Reihe von HIV-Präparaten gebildet wurde. Denn dabei handelt es sich um eine sogenannte Jumbo-Gruppe, in der patentgeschützte und patentfreie Arzneien zusammengefasst werden.

Eine Umstellung von Descovy®-Patienten auf Medikamente aus der Jumbo-Gruppe ist nicht in jedem Fall problemlos möglich, da die Gruppe auch Präparate mit anderen Wirkstoffkombinationen umfasst. Wird die Therapie des Patienten nicht umgestellt, fallen hohe Aufzahlungen an, was zu Beschwerden seitens der Versicherten führen kann. Durch den Vertragsabschluss werden diese Zusatzbelastungen reduziert.

Weitere Verträge konnte die GWQ für Jyseleca® von Gilead aushandeln, um über eine wirtschaftliche Alternative auf dem Markt der JAK-Inhibitoren zu verfügen, der für die Behandlung Rheumatoider Arthritis große Bedeutung hat. Mit dem erst 2019 auf dem Markt gekommenen Risankizumab (Skyrizi®) hat die GWQ zudem einen weiteren immunologisch wirksamen Wirkstoff zur Therapie der Plaque-Psoriasis unter Vertrag genommen.


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