04/18 | Ein klarer Mehrwert für die HzV: Der TeleArzt kann ab 2019 als Zusatzmodul integriert werden


Eine zentrale Aufgabe der Hausarztzentrierten Versorgung ist die kontinuierliche und persönliche Betreuung von Menschen mit chronischen Erkrankungen. Für viele der oft älteren und mobilitätseingeschränkten Patienten ist der persönliche Besuch beim Arzt allerdings eine nicht oder kaum zu überwindende Hürde. Ab Januar 2019 ist das für Versicherte der Krankenkassen mit HzV-Verträgen der GWQ kein Problem mehr – wenn die Kassen die neu geschaffene Möglichkeit nutzen, das von der GWQ maßgeblich geförderte TeleArzt-Konzept in das HzV-Angebot zu integrieren. Dazu wurde das bereits bestehende Konzept nochmals erweitert; das digitale TeleArzt-Equipment umfasst nun auch ein neues Tool zur Wunddokumentation.

Die Ergänzung der GWQ-HzV-Verträge um die Leistungen des TeleArztes ist komfortabel und unbürokratisch möglich. Das vom Hausarzt Dr. Thomas Assmann mit Unterstützung der GWQ entwickelte TeleArzt-Konzept ist ein genauso einfaches wie wirksames Beispiel für den Nutzen von Telemedizin. Durch den Einsatz der speziell ausgebildeten VERAH mit telemedizinischer Weiterbildung und mithilfe digitaler Medizintechnik werden die Betreuungskapazitäten der Hausärzte de facto erweitert. Die besonders qualifizierten Assistentinnen übernehmen die – schon wegen der Anfahrten – zeitaufwändigen Hausbesuche bei mobilitätseingeschränkten Patienten mit eindeutigem Krankheitsbild.

Die VERAH erfasst dort mit mobiler Medizintechnik alle relevanten Vitaldaten der Patienten, die ohne Zeitverzug in die Praxissoftware eingespielt werden. Der Hausarzt selbst ist dabei ein virtueller Begleiter seiner Assistentinnen. Er wertet die Daten aus, trifft therapeutische Entscheidungen und kann sich bei Bedarf per Videokonferenz in den Hausbesuch einschalten, um die Patienten selbst in Augenschein zu nehmen und zu beraten.

Mit dem neu integrierten Tool zur Wundversorgung hat die GWQ einen weiteren Schritt auf dem Weg zum bedarfsgerechten Ausbau des TeleArzt-Angebots getan. Schließlich ist die Wundversorgung bei chronisch kranken, meist älteren und häufig multimorbiden Patienten eine wichtige Aufgabe. Bislang war der direkte physische Kontakt zwischen Arzt und Patienten dafür unabdingbar. Das neue TeleArzt-Tool erlaubt die Beobachtung der Wundentwicklung „aus der Ferne“ und im Zeitverlauf. Es erleichtert die vollständige Dokumentation und ermöglicht Interventionen auch ohne direkten Arzt-Patienten-Kontakt.

Angesichts der noch zunehmenden Kapazitätsprobleme in der hausärztlichen Versorgung ist die Entlastung der Mediziner durch die Kombination besonders qualifizierter Assistentinnen mit dem Einsatz digitaler Medizin- und Kommunikationstechnologien ein weiter ausbaufähiger Ansatz.


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