03/2021 | Interview mit Frank Böhme, Geschäftsführer scanacs GmbH: Die Direktabrechnung für das E-Rezept kommt


Die Direktabrechnung zwischen Apotheken und Krankenkassen nimmt weiter Fahrt auf. Mit der kürzlich beschlossenen Kooperation zwischen dem Apothekensoftwareanbieter CGM LAUER, einem Tochterunternehmen der CompuGroup Medical (CGM), und der Kommunikationsplattform scanacs ist ein wichtiger Meilenstein erreicht. Ziel der Kooperation ist es, die vollständig digitale Direktabrechnung elektronischer Rezepte (E-Rezept) von der Rezeptannahme bis zur Abrechnung mit den gesetzlichen Krankenkassen zu ermöglichen. Die erforderlichen Funktionen werden jetzt sukzessive in die WINAPO® Apothekensoftware integriert.

Als scanacs-Kooperationspartner der ersten Stunde hat die GWQ mit dem Gründer und Geschäftsführer von scanacs, Frank Böhme, über den aktuellen Stand der Entwicklungen gesprochen:

Welche Vorteile bietet die Kooperation?

Die Kooperation mit CGM LAUER ermöglicht den Apotheken eine Nutzung der scanacs-Plattform in der Art, dass sich die Funktionalitäten beispielsweise zur Verordnungsprüfung oder der Direktabrechnung voll in die Prozesse der Apotheken integrieren. Die mehr als 3.000 Apotheken-Kunden des scanacs-Partners erhalten damit erstmalig die Hoheit über ihren Abrechnungsprozess, so wie vom § 300 SGB V vorgesehen.

Die scanacs-Plattform stellt eine innovative Ergänzung für die Lösungen von CMG dar und schafft eine volldigitale Strecke vom Arzt über die Apotheke bis zur Krankenkasse. Entlang dieses Weges bieten sich vielfältige Möglichkeiten mit großen Nutzenpotenzialen für Leistungserbringer, Krankenkassen und Patient:innen. Daher ist die Zusammenarbeit für scanacs ein echter Meilenstein.

Wie reagieren die Krankenkassen auf diese Lösung?

Wir erhalten seit einigen Monaten verstärkt Nachfragen von Krankenkassen zu diesem Thema. Dies betrifft den Umgang mit eingehenden E-Rezept-Abrechnungen aus Apotheken und dem damit verbundenen organisatorischen sowie technischen Anpassungsbedarf. Viele Krankenkassen erkennen die sich aus dem neuen Prozess ergebenden Chancen, beispielsweise durch den früheren Eingang der Abrechnungsdaten.

Wann werden die ersten Direktabrechnungen von E-Rezepten möglich sein?

Wir von scanacs gehen fest davon aus, dass wir zu Beginn des neuen Jahres die ersten E-Rezepte mit den Krankenkassen abrechnen werden. Im Rahmen des 7. Konnektathons der gematik (National Digital Health Agency) Anfang November mit verschiedenen Herstellern von Praxis- und Apothekenverwaltungssystemen, wurde die gesamte Strecke vom Arzt über die Apotheke bis zum Erstellen der Abrechnungsdaten überprüft. Die scanacs-Plattform hat anschließend die Informationen an GKV-Datenannahmestellen übertragen, wo die elektronischen Verordnungen sauber durch die Verifikations- und Prüfprozesse transportiert wurden. Apotheken hätten also theoretisch bereits E-Rezepte abrechnen können, wenn es echte Verordnungen gewesen wären.


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