02/2022 | Digital Health: Interview mit GWQ-Partner Flying Health zu Trends in der GKV


Ende 2017 sind die GWQ und das Ökosystem für Next Generation Healthcare Flying Health in eine Partnerschaft gestartet. Flying Health ist eine Tochterfirma der Eternity.Health, einer europäischen Life Science Technologie-Holding, die führende Unternehmen der neuen Gesundheitswirtschaft unter einem Dach zusammenbringen will.

Die Kooperation umfasst eine konstruktive und enge Zusammenarbeit im Bereich Startup Scouting, beim Trendmonitoring, als gegenseitige Sparringspartner zur Weiterentwicklung strategischer Fragestellungen sowie bei Ideenworkshops, Projekt- und Portfoliomanagement. Für die GWQ und ihre Kunden öffnet sich mit dieser Partnerschaft eine weitere Möglichkeit, um frühzeitig Digital Health Anwendungen und Startups zu identifizieren sowie geeignete Lösungen vertraglich umzusetzen.

Nicht zuletzt stärkt die Kooperation die Bekanntheit der GWQ bei innovativen Unternehmen, bzw. Startups und forciert die Entwicklung zukunftsorientierter Lösungen.

GWQamPuls sprach mit Nora Müller, Head of Health Insurance bei Flying Health über die Vorteile der Partnerschaft, Trends in der GKV sowie das Projekt krisenchat.de.

GWQamPuls: Frau Müller, was schätzen Sie an der Zusammenarbeit mit der GWQ?

Nora Müller: Im Rahmen unserer Zusammenarbeit wird deutlich, mit wie viel Engagement und Eigeninitiative die GWQ an Versorgungslösungen der Zukunft arbeitet – vom Projektmanagement bis zur Vorstandsebene. Die GWQ ist immer interessiert an aktuellen Trends, bewertet neue Ideen unvoreingenommen und mit Blick in die Zukunft. Dabei werden Themen wie das Aufstellen eines eigenen Innovationsteams nicht nur lebhaft diskutiert, sondern auch schnell und barrierefrei in die Praxis umgesetzt.

Besonders spannend ist für uns das erst kürzlich etablierte Health Data Lab der GWQ. Als Ökosystem für die Gesundheitsversorgung der Zukunft sehen wir hier Potenzial, um innovative Ideen nachhaltig mit Zahlen, Daten und Kompetenz zu untermauern.

GWQamPuls: Welche Trends sehen Sie in der GKV und insbesondere für unsere Krankenkassen?

Nora Müller: Für 2022 konnten wir gleich mehrere vielversprechende Trends im Bereich der Krankenkassen identifizieren. Das Spektrum reicht von At-Home-Testing über Remote Monitoring bis hin zu neuen Mehrwertdiensten, welche in die ePA integriert werden könnten. Besonders entscheidend werden in diesem Jahr jedoch die Themen Gesundheitsplattformen und Prävention sein.

Gerade Gesundheitsplattformen, Angebote, bei denen gleich mehrere Leistungen und Produkte gebündelt werden, sind aus der Versorgungsrealität der Zukunft nicht mehr wegzudenken. Für Krankenkassen ist es an der Zeit, aktiv in Gespräche mit Plattformanbietern einzusteigen, die eigene Versorgungskompetenz einfließen zu lassen und neue Kooperationspartner für eigene Plattformmodelle zu begeistern. Geschwindigkeit und innovatives Denken sind dabei entscheidend, um nicht den Anschluss an den Gesundheitsmarkt und die Bedürfnisse der eigenen Versicherten zu verlieren.

Die Versorgungsthemen Prävention und Pflege sind während der Pandemie zunehmend in den Fokus gerückt. Bereits bestehende Angebote konnten weder niedrigschwellig noch digital genutzt werden. Dabei sind Präventionsthemen gerade für junge Versicherte mit digitaler Affinität relevant. Digitale Unterstützung bei Antragstellung und Pflegemanagement kommt vor allem den pflegenden Angehörigen zugute. In beiden Bereichen ist noch viel Luft nach oben und insbesondere für gesetzliche Versicherer eine ideale Möglichkeit, sich innovativ und zukunftsfähig aufzustellen.

GWQamPuls: Die aktuelle Situation durch die andauernde Corona-Pandemie und den Krieg in der Ukraine sind für uns, aber vor allem für Kinder oft sehr belastend. Ihr unterstützt krisenchat, ein gemeinnütziges Unternehmen, das sich genau dieser Herausforderung stellt. Was genau verbirgt sich dahinter?

Nora Müller: Zunächst einmal ganz viel Herz und Engagement! Krisenchat bietet Kindern und Jugendlichen in Not die Möglichkeit, sich digital zu belastenden Themen wie Suizidgedanken, Depression, Einsamkeit oder Liebeskummer beraten zu lassen. Mehr als 40.000 junge Menschen haben sich bereits mit ihren Anliegen und Erfahrungen bei den rund um die Uhr erreichbaren Mitarbeiter:innen gemeldet – bevorzugt über Whatsapp und SMS. Der gemeinnützige Verein hat ein Netzwerk aus mehr als 300 ehrenamtlichen Psycholog:innen, Psychotherapeut:innen und anderen Fachkräften aufgebaut, die sie selbst im Umgang mit den Nutzern des Angebots schulen.

Im Zuge der Ukraine-Krise hat der Verein eine zusätzliche digitale Vorreiterrolle eingenommen: Schnell, zuverlässig und unkompliziert haben sie ihre Kompetenz und das Netzwerk gebündelt und bieten nun auch für Opfer von Krieg und Vertreibung kostenlose psychologische Unterstützung an.

Da das Angebot für Kinder und Jugendliche komplett kostenlos ist, ist Krisenchat gerade auf der Suche nach neuen Finanzierungsmöglichkeiten, die das Angebot neben Spenden am Leben erhalten. Als eine Möglichkeit sieht der Verein die langfristige Teilfinanzierung über teilnehmende Krankenkassen. Erste Helfer sind bereits gefunden, wir freuen uns jedoch über weitere Unterstützung!

Sie wollen sich über Beteiligungsmöglichkeiten informieren? Hier finden Sie weitere Informationen: krisenchat | 24/7 Krisenberatung per Chat


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